Archiv für die Kategorie „Social Media“
Die Rache des Social Webs trifft Kanye West
Fast täglich entstehen zur Zeit Bewegungen im Internet, die gegen übereifrige Aktionen von großen Firmen oder Stars gerichtet sind.
Nachdem wir über JAKOs unüberlegte Abmahnung und VisitDenmark eigenwillige Marketingaktion berichtet hatten, trifft es nun den US Rapper Kanye West. Bei den MTV Video Musik Awards unterbrach er Taylor Swifts Dankesrede für “Best Female Video”, um dem Publikum mitzuteilen, dass seiner Meinung nach Beyonce die Auszeichnung verdient hätte. Noch während er auf der Bühne stand, wurden ihm zahlreiche Buhrufe entgegengebracht und seitdem geht es rund im Social Web!
Auf Twitter findet sich sein Name dauerhaft in den Trending Topics und YouTubes Top Videos bestehen zu 50% aus Videos zu und über den Vorfall. Die Tonspur seiner Aktion wurde auch schon etliche male verwertet um neue Filme daraus zu kreieren. Darunter dieser Clip in dem Kanye West Barack Obama unterbricht.
Auch Dinge wie “BREAKING NEWS : Kanye West interrupted Patrick Swayzes funeral 2 let every1 know Michael Jacksons death was better” machen gerade groß die Runde auf Twitter. Noch ist kein Ende dieser Späße abzusehen und es steht noch immer eine offizielle Entschuldigung von West aus.
P.S.: Auch AVISEO wollte K. West nicht verschonen:
http://kanyelicio.us/http://www.aviseo.at

Der (misslungene) dänische Versuch von Online-Marketing
Vor wenigen Tage tauchte ein Video auf YouTube auf, in dem die junge, dänische Karen und ihr Baby “August” zu sehen waren. Ihr Anliegen: Vor eineinhalb Jahren hatte sie einen Mann kennengelernt, der gerade in Dänemark auf Urlaub war. Nach ein paar Drinks in einer Bar waren sie sich näher gekommen und sind anschließend gemeinsam zu ihr nach Hause gegangen. Aus dieser Nacht ging der kleine August hervor und Karen weiß weder woher der Mann kam, noch wie er hieß. Mit dem Video versucht sie also den Vater ihres Babys wiederzufinden.
Das Video wurde innerhalb einer Woche fast eine Million mal gesehen und Karen zog viele Sympathisanten auf ihre Seite, die sie bei ihrer Suche nach dem Vater unterstützen wollten.
Doch dann plötzlich ging die dänische Schauspielerin Ditte Arnth Jorgensen an die Öffentlichkeit: Sie sei die Frau in dem Video, das Baby ist nicht ihrs und die Geschichte nur gespielt!
Die dänische Tageszeitung Ekstra Bladet hat Informationen, denen zufolge das Video von der Tourismusagentur der dänischen Regierung VisitDenmark beauftragt wurde. Ganz nach dem Motto “schlechte Schlagzeilen sind besser als gar keine Schlagzeilen” sollten mit diesem Hoax also neue Besucher nach Dänemark gelockt werden.
Der Großteil der Personen, die das Video gesehen hatten, hielten es allerdings für echt. Daher kommt es auch nicht überraschend, dass diese nun entsprechend schockiert reagieren. Nach all den sympathischen Worten fluteten nun empörte, schockierte und auch viele bösartige Kommentare das Video auf YouTube, welches unterdessen vom Netz genommen wurde.
Wiedereinmal wurde damit gezeigt, dass man sich beim Online Marketing genau überlegen sollte was man macht. In die Medien hat es Dänemark damit aber trotzdem geschafft. Bleibt nur die Frage ob die Aktion nun den gewünschten Effekt erzielt und die Kosten in Form von negativen Schlagzeilen damit gedeckt werden können.
Das Video kann man hier noch sehen.
JAKO’s Überreaktion
JAKO, der seit 10 Jahren existierende deutsche Hersteller von Teamsportbekleidung bekommt zur Zeit mehr Beachtung von Bloggern und Social Media Fans geschenkt, als es JAKOs PR-Abteilung lieb ist.
Zuviel Beachtung im Internet? Ist das möglich? In diesem Fall schon. JAKO hatte vor kurzem den Blogger “Trainer Baade” abgemahnt, der über das neue Firmenlogo berichtete und dabei scheinbar nicht ganz das widerspiegelte, was sich die Firma erhoffte. Baade hat bereits den Artikel entfernt und eine Unterlassungserklärung unterschrieben. Trotzdem soll er nun 5100 Euro an JAKO zahlen, um den durch ihn verursachten schlechten Ruf wieder gutzumachen.
Derartige Aktionen rufen aber schnell weitere Blogger auf den Plan. JAKO hat es zwar geschafft den original Artikel von Baade entfernen zu lassen (der letztendlich nur ca. 400 mal gelesen wurde), hat es nun aber mit hunderten von neuen Blogeinträgen und Tweets zu tun, die das Thema auffassen und starke Verbreitung im Internet finden. Diese Art von ungewollter, gesteigerter Wiederkehr einer gewaltsam aus dem Internet entfernter Information nennt man Streisand Effekt. Das beste dabei: Die negativen Schlagzeilen über JAKO erreichen nun auch viele Leute, die zuvor noch nie von der Firma gehört haben und denen es auch ziemlich egal gewesen wäre was ein Blogger über deren Logo denkt. So stellt sich doch bestimmt jede Firma den ersten Kontakt der Bevölkerung mit der Marke vor.
JAKO’s PR Abteilung steht jetzt vor einem ernsthaften Problem. Weitere Abmahnungen sind in dieser Situation nicht mehr möglich. Der nächste logische Schritt wäre eine öffentliche Stellungnahme zu der Situation und eine friedliche Einigung mit dem betroffenen Blogger. Soweit sollte man es aber gar nicht kommen lassen, denn von denen die jetzt von dem Fall gehört haben, wird nur ein Bruchteil die Situation weiterverfolgen. Alle anderen werden JAKO als bloggerfeindliche Firma im Kopf behalten.
Update: Soeben auf netzpolitik.org gelesen, hat JAKO eine Pressemitteilung abgegeben.
“Wir haben ganz offensichtlich überreagiert“, erklärt Rudi Sprügel,Vorstandsvorsitzender der JAKO AG, und schafft damit alle Voraussetzungen,um die vor allem im Internet geführte Auseinandersetzung um sein Unternehmen schnell zu beenden.
Anscheinend wurde es dem Unternehmen dann doch etwas zu heftig diskutiert.
Um derartige Probleme von Anfang an unter Kontrolle zu haben und im Notfall geschickt zu handeln gibt es ORM (Online Reputation Management). ORM ist im deutschsprachigen Raum noch nicht sehr verbreitet, wird aber zunehmend wichtiger, wie man am JAKO Fall sehen kann. Sowohl große wie auch kleine Unternehmen sollten sich also mit dem Thema rechtzeitig vertraut machen. Wer ORM korrekt einsetzt, kann damit nicht nur Schaden vermeiden, sondern auch den Umsatz deutlich steigern!












